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Position:

GVZ Region Augsburg – Schub für die Logistik in Schwaben
Stefan Blaas, Süddeutsche Consultants


Mit dem Spatenstich am 24. September 2007 schließt sich ein Kreis von ca. 15 Jahren der Konzeption, Planung und der Realisierung des GVZ Region Augsburg der insbesondere von einer Vielzahl von wechselnden Akteuren aber auch beständigen Kräften seitens der Transport– und Logistikbranche, der IHK und der Städte bestimmt war.

Erstmals wurde ich selbst im Jahr 1992 auf das GVZ aufmerksam, als das Thema zwischen IHK und einer Forschungsgruppe Verkehr der Universität erörtert und führte zu meinem ersten Beratungsmandat im Verkehrsbereich. Parallel wurde damals intensiv die Zukunft der Augsburger Localbahn im Zeichen der Bahnreform und Liberalisierung des Netzzugangs für den seinerzeit kaum greifbaren Zeithorizont 2010.

Terminal im GVZ

Neben der Schaffung neuer Logistikflächen wurde in Augsburg wegen der unbefriedigenden Lage und Ausstattung des Containerbahnhofs am Kobelweg stets der Neubau eines Terminals des Kombinierten Verkehrs als Kern der GVZ-Gesamtmaßnahme geplant. 

In Zeichen der Wiedervereinigung und der entsprechenden Verkehrsprojekte „Deutsche Einheit“ war es sehr mühsam einen aus Sicht des Verkehrswegeplans mittelgroßen Standort in den alten Bundesländern politisch (Bundesverkehrsministerium und DB Netz) voranzubringen: DB Netz als Monopolist für die Planung und den Bau des KV-Terminals legte zwar entsprechende Planungen vor, auf die Kostenoptimierung, Sicherstellung der Finanzierung und Anpassung an die örtlichen Gegebenheiten wurde jedoch in dieser Phase der Bahnreform wenig Wert gelegt.

1998 wurde die DB Netz AG gegründet und 2003 der Bereich der Terminals neu geordnet: Die Deutsche Umschlag­gesellschaft Straße Schiene (DUSS, Anteilseigner 50% DB Netz, 25% Kombiverkehr 25% Stinnes) übernahm alle Terminal von DB Netz und wurde gleichzeitig mit der koordinierten Entwicklung neuer Projekte betraut.

Erst 2004 ergab sich eine einzigartige Chance dem Thema nochmals kräftigen Schub zu geben:

  • Die Augsburger Localbahn hatte das regionale Business Development forciert und Ressourcen für Planungsleistungen bereitgestellt 
  • DB Energie war an einer Standortverlagerung des Umspannwerks und Nutzung der Anschlussgleisbrücke über die B17 interessiert
  • Die Umschlagsmengen in Augsburg hatten sich nach Einbrüchen durch die Reform des Kombinetzes (2000+) erholt und zeigten einen positiven Trend
  • Fortschritte bei den GVZ – Entwicklungsmaßnahmen und die realisierte Anbindung A 8 gaben positive Impulse

Im Ergebnis wurde 2004/2005 die Machbarkeit der Südanbindung untermauert, eine modular ausbaufähiges Terminal geplant und ein Businessplan für die Antragstellung beim Eisenbahnbundesamt (EBA) erstellt. 

Damit konnte die Deutsche Umschlaggesellschaft Straße-Schiene (DUSS) als Träger für die Detailplanung, Projektmanagement  und den Bau  gewonnen und die „Terminalinvest Augsburg GmbH“ (TIA) gegründet werden.

GVZ: Kommunale gelenkte Kooperation  oder Logistikflächen im Standortwettbewerb

Aus heutiger Perspektive muten die GVZ-Ansätze der neunziger Jahre wie ein letztes Aufbäumen der interventionistischen Planer gegen die logistische Kreativität  und Dispersität: Der Transport- und Speditions-Mittelstand sollte regional gefördert werden und den „wilden“ Ansiedlung am Rande der Agglomeration Einhalt geboten werden. Leistungen wie Telekommunikation und Datenverarbeitung als Kristallisationspunkte haben an Bedeutung verloren, da dies von virtuellen Netzwerkstrukturen übernommen wurde. Auch andere gemeinsame Einrichtungen wie Werkstatt und Reinigung sind mittlerweile fast vollständig „outsourced“.

Die GVZ müssen sich demnach grundlegend neu positionieren und können als „Premium-Logistikstandorte“ mit den folgenden Merkmalen punkten:

  • Hochwertige Verkehrsgewerbeflächen und Logistikimmobilien mit direktem, ungehinderten Zugang zu den Verkehrsträgern (Autobahnen, Güterbahnen und ggf. Schiff) 
  • Vielfältiges Transport und Logistikdienstleistungsangebot mit intensivem Wettbewerb auch auf der Schiene
  • Schärfung des Standortprofils durch logistiknahe Hochschulen, Aus-/Weiterbildungsangebote und Consulting-Kompetenzen (Logistik-Cluster)
  • Aktive und gebündelte Kommunikation dieser Aspekte in den Medien, Fachmedien und Verbänden

Für den Start des GVZ in Augsburg stehen mit der Initiative „Logistik in Schwaben“ in Verbindung mit Aktivitäten der Logistikbranche, der IHK sowie der Hochschulen beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Positionierung als „Premium-Standort“ im Markt.

Augsburg, 24.09.2007
Stefan Blaas
Süddeutsche Consultants
Maximilianstr. 19
DE-86150 Augsburg
www.sueddeutsche-consultants.de

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